Auch Rassismus hat eine Definition

Gastbeitrag von Kurt Rohmert


Erst traf das Corona Virus die USA mit voller Wucht. Dann der brutale Tod des Afroamerikaners George Floyd, der bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam. Die Folge waren Proteste in fast jeder amerikanischen Großstadt. Während unsere Medien von friedlichen Anti-Rassismus-Protesten berichteten, zeigen alle Aufnahmen erschreckende Bilder von bürgerkriegsähnlichen Zuständen. Hier ging es nicht mehr um Proteste, sondern um nackte Gewalt, Plünderungen und Brandstiftung.

Zunächst ein Blick zurück

Die USA waren ein wichtiger Eckpfeiler bei der Durchsetzung der Menschenrechte. Mit der Declaration of Independance von 1776 erkämpften sich die amerikanischen Siedler neben den Menschenrechten in der Bill of rights auch ihre Unabhängigkeit. Damit wurden 1776 zum ersten Mal in der Geschichte die Menschenrechte definiert. Doch es dauerte bis 1865, dass die Sklaverei durch den 13. Zusatzartikel der Verfassung abgeschafft wurde. Es war das Ergebnis eines grausamen Bürgerkriegs, für den mehrheitlich weiße Menschen starben.

Doch die Ungerechtigkeit gegenüber der schwarzen Bevölkerung hielt sich trotzdem weiter. Die Benachteiligung dieser Gruppe ist in der US-Gesellschaft tief verankert. So treffen die fundamentalen und strukturellen Probleme diese Bevölkerungsgruppe besonders hart. Es ist die Unfähigkeit dieses Landes, endlich nötige Reformen zu starten. Es war nur ein Anfang, als 1963 das Wahlrecht geändert wurde und 1967 nach Unruhen das Eheverbot für verfassungswidrig erklärt wurde.

Bedeutet aber Ungerechtigkeit schon Rassismus?

In der Weltgeschichte hatten Menschen immer Vorurteile gegenüber Menschen anderer Herkunft. Vorurteile oder mangelnde Sympathie oder fehlender Respekt sind aber nicht mit Rassismus gleichzusetzen. Wirklichen Rassismus machen zwei Dinge aus: ein Verhalten, dass man Menschen wegen bestimmter Merkmale (z.B. Hautfarbe) kategorisiert mit dem Ziel, sie zu diskriminieren (gemeint ist Ungleichbehandlung) oder ihnen zu schaden. Solche Dinge gibt es noch heute in den USA, aber ist deshalb sofort alles Rassismus?

Wer den Tod eines Schwarzen ausschließlich als Rassismus Problem darstellt, blendet Tatsachen aus. Die Probleme in den USA sind viel komplizierter. Die von Politikern und Medien suggerierten Hintergründe zum Tod des Afroamerikaners, nämlich struktureller Rassismus und Polizeigewalt, erscheinen in einem völlig anderen Bild, wenn man sich mit den Fakten auseinandersetzt.

Todesfälle wie der des G. Floyd sind nicht immer oder nur durch Rassismus zu erklären. Zunächst muss man anerkennen, dass „Cops“ einer hohen Gefährdung ausgesetzt sind. Gewalt und Mordanschläge führen zu einem konsequenten Eigensicherungsverhalten. So wie Rassismus in den USA zur Wirklichkeit gehört, steht auch die außergewöhnliche Kriminalität Schwarzer außer Frage. Für Polizisten gilt, wer keine Kenntnisse der Gesetze der Straße hat, wird nicht lange leben. Man darf nicht vergessen, dass Amerikaner überwiegend bewaffnet sind und Kriminelle sich in der Regel einer Verhaftung mit Waffengewalt widersetzen. Afroamerikaner (männlich und jung) geraten deshalb sooft in Polizeikontrollen, weil sie überdurchschnittlich häufig an Gewaltverbrechen beteiligt sind.

Was sagen die Fakten?

Stimmt es, dass unbescholtene Afroamerikaner allein auf Grund ihrer Hautfarbe getötet werden, wie BLM behauptet. Stellt die Eskalation eines schwelenden Konflikts wirklich strukturellen Rassismus dar?

Im englischen wikipedia (siehe Race and Crime) findet sich vom US-Justizministerium zum Thema Kriminalität die Angabe (für 2013) , dass Schwarze für 52% aller Tötungsdelikte verantwortlich sind (bei 13% der Bevölkerung). Hier findet sich auch der leider wenig beachtete Hinweis, dass Tötungsdelikte überwiegend intrarassisch stattfinden: Weiße werden zu 84% von Weißen getötet, Schwarze zu 93% von Schwarzen! Zahlen des FBI belegen, dass z.B. in 2013 (in Bezug auf 1 Million Menschen) Afroamerikaner 53 Farbige und 9,8 Weiße töten. Umgekehrt sind es lediglich 10 Weiße und 0,7 Schwarze, die von Weißen getötet wurden (siehe Grafik).

Was sind die Zahlen zur Polizeigewalt?

Kaum bekannt ist , dass deutlich mehr Weiße durch die Polizei getötet wurden (Beispiel 2019: 370 getötete Weiße, 235 Schwarze). Etwa ein Drittel davon wurde von schwarzen Polizisten getötet (Anteil bei der Polizei mittlerweile etwa 12%). Und wie verhält es sich umgekehrt? Laut Washington Post waren von den 2.269 getöteten Polizisten zwischen 1980 und 2013 die Täter zu 52% weiß, aber zu 41% schwarz.

Obwohl also eindeutige Belege für systematischen Polizeirassismus fehlen und jeder Fall genau geprüft werden müsste, haben alle Medienberichte dieselbe Tendenz. Die Ereignisse haben nur eine Interpretation: Rassistische Polizisten erschießen Schwarze, weil sie schwarz sind. Hier ist der schießwütige Amerikaner der Böse. Rassismus ist aber nur dann gegeben, wenn man ihn nachweisen kann.

Kritische Stimmen zu diesem Thema

Die farbige Bloggerin Candace Owens lehnte es ab, George Floyd als Märtyrer anzuerkennen. Sie nahm bewusst Anfeindungen in Kauf, als sie nicht nur von einem Kriminellen, sondern von einem Gewaltverbrecher sprach. Man nannte es schlagartig Rassismus, als sie die zahlreichen Gefängnisstrafen aufzählte und den Tathergang schilderte. Daher sei es „ein Märchen, Schwarze als Opfer darzustellen“, als beklagenswerte Opfer von „rassistischen“ Polizisten, Richtern und Staatsanwälten. G. Floyd war kein Märtyrer, sondern ein gewalttätiger Krimineller, der über Nacht zur antirassistischen Ikone geworden ist.

Der farbige Ökonom Glenn Loury aus Chicago verneint die These, dass systematischer Rassismus der Grund für Polizeigewalt und dem Verhältnis Schwarz zu Weiß ist. Ausgehend von „kollektiver Hysterie“ und einer „leeren These vom Rassismus“ wird von den wirklichen Problemen abgelenkt. Diese liegen auch bei den Schwarzen.  So fasst er zusammen, „Rassismus existiert, aber er erklärt nicht besonders gut, was hier vorgeht.“ Es ist sehr beeindruckend, was der afroamerikanische Harvard Professor in diesem Interview erklärt. Seine Biografie widerspricht klar der These vom strukturellen Rassismus.

Doch in unserem Land der klaren Feindbilder, einfachen Schuldzuweisungen und einseitigen Debattenkultur war es vorhersehbar, dass diese Proteste sofort auch hier aufgegriffen und gesteuert wurden. Eine kritische Auseinandersetzung mit Fakten fand nicht statt. Unsere Medien berichteten laufend. Das ist jedoch verwunderlich, hatte sich noch im August 2018 die ARD  nach Kritik des Politikers Palmer geweigert, sie könne nicht über jeden Mordfall berichten. Man kann von zweierlei Maß ausgehen, denn in diesem Fall war der getötete Arzt ein Deutscher und der Täter ein Asylbewerber. Und? Es gibt seltsamerweise keinen Rassismus gegen Weisse. Ja, es stimmt, Rassismus ist mehr als die Beschimpfung „Kartoffel“ oder „Köterrasse“. Aber was ist die Aufforderung (im Koran), Ungläubige zu töten? Gemäß EU-Definition ist auch das neben Volksverhetzung Rassismus!  Demonstrationen? Fehlanzeige!

Polizisten sind kein Freiwild

Sie schützen die staatliche Ordnung und die Menschen, die hier leben. Wer das nicht begreift, der sollte, bevor er seinen Mund aufmacht und von Rassismus redet, einmal bei der Polizei ein Praktikum absolvieren, wie Barbara Erdmann hier schon am 23.Juni bemerkt hat. Denn gemäß der Definitionen ist Rassismus eine Gesinnung (AllCopsAreBastards), nach der Menschen (hier ungefähr 300.000 Polizisten) auf Grund äußerlicher Merkmale (hier Beruf/Uniform mit der Kennzeichnung Polizei) beurteilt werden (hier Bullenschweine, Bastards, Nazis) und auch diskriminiert werden (hier pauschale Diffamierung durch Medien oder Politiker), aber auch Gewalt erfahren (hier körperliche Attacken, Steine oder Molotow Cocktails). Jetzt kann man gern über Rassismus und Polizeigewalt diskutieren, aber bitte nicht die Definition aus den Augen verlieren und auf einem Niveau wie die farbige BLM Aktivistin Yusra Khogali aus Kanada, die Weiße „verkrüppelte Untermenschen“ schimpfte.

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