Was die Jungen dürfen

und die „Alten“ nicht können

Verständlich, dass die jungen Leute glauben, sie könnten das Klima für ihre spätere Gesundheit, zur Rettung des Planeten und für eine sichere Zukunft beeinflussen, indem sie sich der Gefolgschaft Gretas verpflichtet haben und den schulfreien Freitag zu Demonstrationszwecken benutzen. So geschehen auch am letzten Freitag in unserer Stadt, in der Polizisten und ein Polizeiwagen eine einzige Hundertschaft etwa 13-jährigen Kindern auf einer Hauptverkehrsstraße der Innenstadt sicherten. Bei einer Stadt mit mehr als 80.000 Einwohnern, 8 großen weiterführenden Schulen und ebenso vielen Grundschulen ist das eher ein klägliches Bild.

Ich erfuhr, dass die Lehrer befürworten, dass ihre Schüler an den Demonstrationen für „Fridays for Future“ teilnehmen. Lassen wir den jungen Menschen den Glauben an den Erfolg ihrer Aktivitäten. Sie werden dazulernen, Skepsis entwickeln, nachfragen und diskutieren lernen über das Phänomen „Klima“ und sie werden begreifen müssen, dass ihre Demonstrationen auch dazu dienen, dass die Lenker der Großaktion „Klima“ ihre Freiheit, ihre Lebensqualität und den Inhalt ihrer Geldbörsen reduzieren werden wie gerade in Brüssel geschehen. Dort rief die neue  Kommissionspräsidentin von der Leyen  zuerst einmal den Klimanotstand für ganz Europa aus und versprach, sie würde in Sachen Klimaschutz liefern, was allerdings einen größeren Finanzrahmen aus dem EU-Budget erfordere. Sie hat einen Fonds von einer Billion Euro für den Klimaschutz und zur Förderung erneuerbarer Energien angekündigt. Und prompt folgte die Meldung, Deutschland solle einen Betrag von 50 Milliarden an Brüssel überweisen. Dazu kann ich nur bemerken: Der Notstand befindet sich weniger beim Klima als vielmehr in den Köpfen der Machtbesessenen, die Verstand und Vernunft an der Tür des Europaparlaments abgegeben haben. Was wir den Jungen zubilligen, darf nicht Norm der Erwachsenen werden. Von ihnen müssen Einsicht, Wissen, Abwägung und Emotionslosigkeit bei der Beurteilung von Entwicklungen und Entscheidungen verlangt werden.

Worum sich die Erwachsenen kümmern sollten

Auch die „Alten“ sollten einen Blick in die Zukunft werfen – und zwar ebenso egoistisch wie das die Jungen tun. Sie sollten begreifen, dass ihre Zukunft, ihre Lebensqualität, ihre Gesundheit und  ihr zu erreichendes Lebensalter davon abhängen, was auf dem politischen und ethischen Gebiet der Gesundheitspolitik geschieht. 100 Medikamente sind es heute, die auf dem europäischen Markt fehlen. Es sind Schmerzmittel, Blutdruck- und Cholesterinsenker, Antidrepessiva u.v.m. Grund: Alles wird nur noch in China und Indien produziert – der europäische Markt ist pharma-herstellungstechnisch leergefegt. Engpässe treten auf und Menschen sind verunsichert, weil ihr Medikament, das sie benötigen, nicht mehr zu haben ist. Auch vor verunreinigten Medikamenten wird gewarnt. Ganz zu schweigen von der Unwirksamkeit von Antibiotika gegenüber multiresistenten Keimen. Über Jahrzehnte haben sowohl Ärzte als auch Tierärzte massenhaft Antibiotika verschrieben, sodass die zu bekämpfenden Bakterien haben Resistenzen aufbauen können. Bekannt wurde erst jetzt in Deutschland, dass in Antibiotika mit der Namensendung -floxacin der äußerst gefährliche Inhaltsstoff Fluorchinolone enthalten ist, der schwerwiegende Gesundheitsschäden beim Menschen auslösen kann. Aortenschäden bis hin zu einem tödlichen Riss in der Herzschlagader können bei Einnahme die Folge sein. Was schon seit 2008 bekannt ist, davor wird  der Arzt erst  2019 in Deutschland per Rote-Hand-Brief gewarnt. Statt es vollständig zu verbieten, gibt man sich damit zufrieden, davor zu warnen. Und – hat diese Warnung Sie schon erreicht?

Wo ist die Greta der Erwachsenen, Kranken und Alten, die genauso hasserfüllt wie Klima-Greta gegen die Politik der Unfähigen rebelliert? Rufen wir doch zur Revolte gegen die Gesundheitspolitik des Herrn Spahn auf, der mit allen möglichen Aktionen und Gesetzen von diesem größten Problem ablenkt! Verantwortungsvolle Gesundheitspolitik braucht keinen Wirtschaftsmanager, der den Lobbyisten der Pharmaindustrie huldigt, Krankenhäuser schließt und Apothekern Geschenke macht. 

Wollen Sie sich im Krankenhaus mit multiresistenten Keimen infizieren und nach einer gelungenen Operation taub sein? Möchten Sie durch multiresistente Keime eine Lungenentzündung erleiden, an der sie wegen wirkungsloser Antibiotika sterben? Möchten Sie sich von fremden Menschen mit dem resistenten Tuberkolose-Bakterium anstecken, an dem sie sicher sterben, weil es kein wirksames Antibiotikum dagegen gibt?

2006 berichteten Forscher erstmals über extrem-resistente Tuberkulose-Stämme. Inzwischen gibt es sie in 58 Ländern. Die WHO spricht von 25.000 Neuerkrankungen pro Jahr. Auch in Deutschland steigen die Zahlen. „Das hat deutlich zugenommen, also wir haben von Beginn 2015 bis heute so viele Patienten mit multiresistenter Tuberkulose hier aufgenommen und behandelt wie zwischen 2001 und 2014“, berichtet der Deutschlandfunk am 4. 12. 2019.

Und wir lassen uns das alles gefallen und sitzen bequem auf unserem Sessel ohne diese schrecklichen Wahrheiten und Gefahren für unser Leben zu bekämpfen? Raus aus den gemütlichen Sofas, rauf auf die Straße! Nehmen wir uns ein Beispiel an Greta, die an die Adresse der Erwachsenen und Politiker hasserfüllt Sätze in die Kamera spricht, die an Unverschämtheit nicht zu übertreffen sind. „Wie könnt Ihr es wagen! Mit euren leeren Worten habt Ihr mir meine Träume und meine Kindheit gestohlen … Menschen sterben. Ganze Ökosysteme brechen zusammen. Wir stehen am Beginn eines Massenaussterbens. Und alles, worüber Ihr reden könnt, ist Geld und Märchen von ewigem Wachstum. Wie könnt Ihr es wagen!“

Trauen wir uns, für unser Leben und gegen das millionenfache zukünftige Sterben den Politikern ähnliche Frechheiten entgegenzuschleudern wie es das reiche gut behütete weltreisende schwedische Mädchen tut. „Wie könnt ihr es wagen! Mit eurer Untätigkeit und Lobbyistenhörigkeit werdet Ihr mir mein Vertrauen, meine Gesundheit und mein Leben stehlen. Menschen erleiden Verstümmelung, Amputation und Neuerkrankungen, sterben schuldlos durch die Untätigkeit unfähiger Politiker. Wir stehen am Beginn eines Massensterbens. Und alles, worüber Ihr reden könnt, ist die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern und deren Schließung. Wie könnt ihr es wagen!“

      

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