Bedingungsloses Grundeinkommen – keine Zukunftsmusik mehr!

DER Weg in die Verteilungsgerechtigkeit

Endlich haben wenigstens zwei europäische Länder begriffen, dass der Kapitalismus, der mit seinem gefräßigen Maul in Form einer auseinanderklaffenden zerstörerischen Schere zwischen Arm und Reich seine Menschen frisst, überwunden werden muss, um der Demokratie und Freiheit und der Menschenwürde eine neue Chance zu geben.

Finnland ist das erste europäische Land, das das BGE einführt, in der Schweiz wird in diesem Jahr darüber durch Volksentscheid entschieden.

Befürworter und Ablehner des BGE diskutieren mit zwei Haupt-Argumenten für und gegen diese Zukunftsidee, welche in Kurzform auf den Nenner gebracht werden können: Faulheit gegen Freiheit.

Jeder Bürger, ob HartzIV-Empfänger oder Arbeitsloser, ob Krankenschwester, Postbote, Arzt oder Lehrer, ob Minister oder Banker, jeder erhält ohne jegliche Bedürftigkeitsprüfung und ohne Zwang zur Arbeit das BGE in einer Höhe von etwa 1000 Euro. Es ist ein die Existenz sichernder und die gesellschaftliche Teilhabe ermöglichender Betrag, der durch weitere Einkommen über Beruf und Arbeit ergänzbar ist.

Güter, Reichtum und Wohlstand sind weltweit vorhanden, allein die Verteilung ist ungerecht. Kinder leben in Armut, Alte sind von Altersarmut bedroht, Arbeitslosigkeit ist nicht wirklich abbaubar und die Kapitalmärkte beherrschen das Land, seine Bürger und die Politik. Aus ethischen, sozialen und humanistischen Gründen ist es laut Befürworter unabdingbar, dass der wirtschaftliche Gesamtreichtum zu einer Wohlstandspolitik für alle Menschen genutzt wird. Das BGE sorgt dafür, dass die Freiheit aller Menschen, ihre Grundbedürfnisse abzusichern und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, gestärkt wird.

Die Sozialversicherungssysteme sowie das Rentensystem geraten an ihre Grenzen. In Zeiten von Flüchtlingsströmen, Integrationsmaßnahmen, Arbeitslosigkeit, niedrig bezahlten Jobs, Leih- und Teilzeitarbeit auf begrenzte Dauer, der Scheinselbständigkeit und der anderen fragwürdigen Formen „neuer Arbeit“ muss die soziale Sicherheit aller Menschen neu geregelt werden. Das durch Steuern und den Wegfall vieler Kontroll-, Beschaffungs- und Verteilungszentren gewonnene Geld dient der Finanzierung des BGE.

Argumente für das BGE:

-Es hebt die Vorstellung von Belohnung für eine erbrachte Arbeit auf. Dafür ermöglicht es freie Entscheidung, ob und welche Arbeit gewünscht ist.
-Es entbindet von zwanghaften Tätigkeiten, die leistungshemmend, gesundheitsschädigend und zum Teil menschenunwürdig sind.
-Es gehorcht der Aussage des Grundgesetzes: Jeder Mensch ist vor dem Gesetz gleich.
-Es entbindet den Einzelnen von der Sichtweise, nur über Leistung und Besitz definiert zu werden.
-Es sorgt für eine Besserbezahlung von unattraktiven Tätigkeiten, die in der heutigen Gesellschaft keine Wertschätzung erfahren.
-Es sorgt dafür, dass jeder Mensch seine Würde besitzt, ganz gleich, wer er ist, woher er kommt und was er leistet.
-Da das BGE auch über Steuern finanziert wird, hat der Reiche einen höheren Betrag einzubringen als der Arme.
-Das BGE ist eine innovative Möglichkeit für eine gerechtere Gesellschaftsform.
-Über Zuwanderer und Kinder wird das BGE spezielle Regelungen treffen.

Argumente gegen das BGE:
-Es macht die Gesellschaft träger in Sachen Erwerbstätigkeit und belohnt die Faulheit.
-Es lockt Menschen an, die nur in den Genuss des BGE kommen wollen.
-Es verhindert die Motivation bei jungen Menschen, Bildung und Ausbildung anzustreben.
-Es ist nicht finanzierbar.
-Politik und Kapitalmärkte sind nicht an einer neuen Gesellschaftsordnung und Güterverteilung interessiert.
-Die Vorstellung: „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ ist noch immer Mehrheitsmeinung.

Weitere Infos:

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3 Comments on “Bedingungsloses Grundeinkommen – keine Zukunftsmusik mehr!”

  1. Hallo,
    Die meisten Argumente gegen das BGE sind Annahmen. Ohne einen Erfahrungswert wird Faulheit und Desinteresse an einen Beruf gesehen. Doch macht bekanntlich nur Erfahrung klug.
    Der aktuelle Kurs, „Jeder kann eine Arbeit finden.“ Bedeutet nicht einmal das er davon Leben kann. Auch deswegen ist der Beruf der ja einst mal der Berufung zu einer Tätigkeit als Bezeichnung seinen Namen verdankt. Heute nur noch der Job, wer einen hat wird auch dann geachtet wenn er aktuell davon nicht leben kann. Und in Zukunft von der Rente noch weniger davon Leben kann.
    Diese Entwicklung führt nicht zur Illusion „Vollbeschäftigung“. Das mögen alle Anstreben, besser sie geben es vor! Aber weniger Arbeitslose gibt es seit einem Jahrzehnt nicht!!! Dafür Statistiken die solange verändert wurden bis es passt.
    Was auch keiner sehen möchte schon heute ist zu ersehen das immer schlechter entlohnte Tätigkeiten die Steuereinnahmen sinken lassen. Das führt dazu das auch Pensionen der Beamten schon in wenigen Jahren nicht bezahlbar sind. Das hört keiner in den Medien??? Es gibt doch so hohe Einnahmen und die Steigen??? Wirklich?? Warum verschiebt der Finanzminister dann ein Loch von 7.8 Milliarden unter einen anderen Namen in das neue Haushaltsjahr! Aber solange der Bürger den Massenmedien traut. Kann er echte Informationen die frei zugänglich von diesen Behörden im Netz stehen auch nicht finden.
    LG
    Prot

  2. Hallo,

    interessante und informative Beiträge hier, super. Habe längere Zeit als stiller Gast nur mitgelesen und mich jetzt mal angemeldet.
    Ich würde mich freuen, wenn ihr bei Gelegenheit auch einmal auf meinem Blog zum Thema Textilreinigung vorbeischauen würdet.

    Alles Liebe

    Herbert

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