COVID-19: Der große Umbruch

Was Klaus Schwab zu sagen hat

Das, was noch vor Corona als Verschwörungstheorie galt, worüber Alt-Parteien-Wähler den Kopf schüttelten und sich das Lächeln nicht verkneifen konnten, sollte schleunigst als zu erwartende  Realität in den Köpfen aller Bürger ankommen. Sätze wie „wenn erst einmal alle geimpft sind, können wir wieder in die Normalität zurückkehren“ beweisen, dass die Mehrheit der Bürger noch immer nach dem Lied von Peter Alexander verfährt  „Der Papa (Die Mutti) wird‘s schon richten“.

In Erstaunen gerät man, wenn man das Erscheinungsdatum des Schwab-Buches „COVID-19: DER GROSSE UMBRUCH“ wahrnimmt. Es hat im Juni 2020 das Licht der Öffentlichkeit erblickt und jeder, der schon einmal ein Buch verfasst hat, fragt sich, wie in einer so kurzen Zeit, also in 5 Monaten Inhalt, Korrektur, Format, Druck möglich sein können. Für mich der Beweis, dass „diese große Krise“ längst erwartet wurde.  Der Blick  auf Zitate David Rockefellers bereits in den 90er Jahren offenbarte, wohin uns global die Reise in die Zukunft führen würde.  „Wir stehen am Rande einer weltweiten Umbildung, alles was wir brauchen, ist die richtige allumfassende Krise und die Nationen werden in die neue Weltordnung einwilligen.“ (1994 vor dem Wirtschafts-Ausschuss der Vereinten Nationen – UN Business Council).

In zwei Beiträgen biete ich meinen Lesern einen Auszug aus dem Buch, das sich mit 330 Seiten nicht gerade als interessante Lektüre für zwischendurch erweist. Und doch ist es inhaltsreich und bietet einen erschreckenden Blick auf die von Schwab gewünschte soziale (oder sozialistische?) grüne Zukunft, in der jeder mit weniger glücklicher sein wird.

Auszug aus dem Buch von Klaus Schwab: Teil 1

Die Geschwindigkeit verleitet viele Beobachter dazu, Covid-19 fälschlicherweise mit der saisonalen Grippe zu vergleichen. Dieser Vergleich, der in den ersten Monaten der Pandemie immer wieder auftauchte, war irreführend und konzeptionell fehlerhaft. Der Vergleich ist aus zwei Gründen unsinnig.

  1. die Grippe Zahlen entsprechen der geschätzten Gesamtzahl an Fällen, während die COVID-19 Zahlen bestätigte Fälle sind.
  2. Die saisonalen Grippen kaskadieren in sanften Wellen über einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten mit einem gleichmäßigen Muster, während sich das COVID-19 Virus wie ein Tsunami nach einem Hotspot-Muster, konzentriert auf einige wenige Städte und Regionen, ausbreitet und dabei die Kapazitäten des Gesundheitswesens überfordern und zum Stillstand bringen kann, wodurch Krankenhäuser monopolisiert werden und weniger Kapazitäten für Nicht-Corona-Patienten haben.

Je komplexer ein System, desto größer die Wahrscheinlichkeit, dass etwas schief geht und es zu einem Unfall oder einer Entgleisung mit entsprechenden Konsequenzen kommen kann. Geschwindigkeit und Komplexität sind Schwierigkeiten für Entscheidungsträger. So stehen die Entscheidungsträger oft unter dem alltäglichen Druck, eine schnelle Entscheidung treffen zu müssen.

Die Eindämmung der Coronavirus Pandemie erfordert ein globales Überwachungsnetz, das in der Lage ist, neue Ausbrüche zu erkennen, sobald sie auftreten, Laboratorien an mehreren Standorten auf der ganzen Welt, die neue Virusstämme rasch analysieren und wirksame Therapien entwickeln können, große IT-Infrastrukturen, damit sich die Bevölkerung vorbereiten und effektiv reagieren kann, geeignete und koordinierte politische Mechanismen zur effizienten Umsetzung der getroffenen Entscheidungen und so weiter.

Seit Jahren warnen uns internationale Organisationen oder auch Einzelpersonen wie Bill Gates vor dem nächsten Pandemie Risiko ja sie spezifizieren sogar dass es

1. an einem dicht bevölkerten Ort seinen Ausgang nehmen würde, an dem Menschen und Wildtiere durch die wirtschaftliche Entwicklung eng zusammen leben,

2. sie sich schnell und in aller Stille über die Reise und Handelstätigkeit ausbreiten würde und

3. mehrere Länder befallen und somit eine Eindämmung vereiteln würde.

Die Geschichte zeigt uns, dass Epidemien die Wirtschaft und das soziale Gefüge der Länder neu konfiguriert haben. Warum sollte es bei Covid-19 anders sein?

Drei namhafte Wissenschaftler gehen davon aus, dass uns die Pandemie bis 2022 erhalten bleibt, und wir können uns daher auf sie berufen, um darüber nachzusinnen, was vor uns liegt. … Wie im Folgenden erörtert, kann erst dann ein vollständiger Konjunkturaufschwung stattfinden, wenn wir das Virus besiegt und hinter uns gelassen haben. … aufgrund der unheimlich rasanten Verbreitung von COVID-19 war zeitgerechtes und energisches Handeln von entscheidender Bedeutung.

Bis März 2020 war die Weltwirtschaft noch nie so abrupt und brutal zum Stillstand gekommen. Noch nie zuvor hatte die Menschheit einen wirtschaftlichen Zusammenbruch erlebt, der so drastisch und dramatisch schnell verlief.

Die Pandemie konfrontiert die Wirtschaft mit einer Arbeitsmarktkrise von gigantischem Ausmaß. …

Der Mensch muss dennoch nicht in übertriebenen Pessimismus verfallen. Wir können Zeugen einer beispiellosen Innovations- und Kreativitätswelle durch neue Produktionmethoden und Produktionsmittel werden.

Die durch COVID-19 verursachte weltweite tiefe Krise hat der Gesellschaft eine Zwangspause verordnet, um darüber nachzudenken, was wirklich von Wert ist. Jetzt, da die wirtschaftlichen Notmaßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie in Kraft getreten sind, kann die Gelegenheit genutzt werden, um institutionelle Veränderungen in die Wege zu leiten und politische Entscheidungen zu treffen, die die Volkswirtschaften auf einen neuen Weg in eine gerechtere, grünere Zukunft führen.

Wir wissen noch nicht, ob die „Tyrannei des BIP-Wachstums“ ein Ende haben wird. Verschiedene Signale deuten jedoch darauf hin, dass die Pandemie Veränderungen viele unserer fest verankerten sozialen Normen beschleunigen könnte. Wenn wir alle gemeinsam anerkennen, dass ab einem bestimmten Wohlstandsniveau, dass durch das Pro-Kopf-BIP definiert wird, die Zufriedenheit mehr von immateriellen Faktoren wie einer zugänglichen Gesundheitsversorgung und einem robusten sozialen Gefüge als vom materiellen Konsum abhängt, dann werden so unterschiedliche Werte wie Umweltschutz, bewusste Ernährung, Einfühlungsvermögen oder Großzügigkeit an Bedeutung gewinnen und nach und nach die neuen sozialen Normen prägen.

Auch wurde der Ruf nach Wachstumsrücknahme oder Post Wachstum laut, einem Null oder sogar negativen BIP-Wachstum das zumindest in den reichsten Ländern eine gewisse Zugkraft gewinnt. Mit der zunehmenden Kritik am Wirtschaftswachstum wird die finanzielle und kulturelle Dominanz der Konsumkultur im öffentlichen und privaten Leben überholt. Dies zeigt sich im verbraucherseitigen Post-Wachstums-Aktivismus in Nischensegmenten, etwa Verbraucher, die für weniger Fleischkonsum oder weniger Flüge kämpfen. Die Pandemie hat das Interesse an dieser Bewegung, die das Tempo des Wirtschaftswachstums umkehren möchte, neu entfacht.

Das hat mehr als 1100 Experten aus aller Welt im Mai 2020 zur Veröffentlichung eines Manifests veranlasst, in dem eine Strategie zur Bekämpfung der durch Covid-19 verursachten wirtschaftlichen und humanitären Krise vorgeschlagen wird. In einem offenen Brief fordern Sie ein demokratisch „geplantes und zugleich anpassungsfähiges, nachhaltiges und ausgewogenes Downscaling der Wirtschaft, dass uns in eine Zukunft führt, in der wir mit weniger besser leben können. Die Technologie, um mit weniger mehr zu erreichen, ist bereits vorhanden. Der Weg führt in grüne und soziale Grenzmärkte.

Gesellschaftlicher Umbruch

Die unmittelbarste und offensichtlichste Auswirkung ist, dass viele Regierungen zur Rechenschaft gezogen werden. Dabei richtet sich die Wut vor allem gegen jene Entscheidungsträger und Politiker, deren Reaktion auf Covid-19 unangemessen oder schlecht vorbereitet schien. Wenn die COVID-19 Pandemie vorbei ist, werden die Institutionen viele Länder als gescheitert gebrandmarkt sein. Das sagt Henry Kissinger. Dies gilt besonders für einige reiche Länder mit modernsten Gesundheitssystemen und hoch entwickelter Forschung, Wissenschaft und Innovation, deren Bürger sich fragen werden, warum die öffentliche Hand in ihrem Land im Vergleich zu anderen so schlecht abgeschnitten hat.

Länder, die in Verbindung mit Covid-19 besser abschnitten, denen sind folgende allgemeine Merkmale gemein:

  • sie waren vorbereitet auf das, was auf sie zukam (logistisch und organisatorisch).
  • Sie trafen schnell und bestimmt Entscheidungen.
  • Sie verfügen über ein kosteneffektives und integratives Gesundheitssystem.
  • Es handelt sich um Gesellschaften mit einem hohen Maß an Vertrauen, in denen die Bürger sowohl den Politikern als auch den bereitgestellten Informationen vertrauen.
  • Offensichtlich zeigen sie in Notlagen einen echten Sinn für Solidarität, in dem sie das Gemeinwohl über individuelle Ambitionen und Bedürfnisse stellen.

Wird das soziale Ungleichgewicht nach der Pandemie zunehmen oder abnehmen? Viele Anhaltspunkte deuten darauf hin, dass die Ungleichheiten, zumindest kurzfristig, wahrscheinlich zunehmen werden. Wenn wir jedoch über die unmittelbare Zukunft hinaus blicken, könnte sich der Trend umkehren und das Gegenteil – weniger Ungleichheit – bewirken.

Eine der größten Gefahren nach der Pandemie sind soziale Unruhen. In einigen extremen Fällen könnte dies zum gesellschaftlichen Zerfall und politischen Zusammenbruch führen. Menschen ohne Hoffnung, ohne Arbeit und ohne Besitz könnten sich leicht gegen die Wohlhabenderen wenden. … wenn die Regierungen auf paramilitärische oder militärische Kräfte zurückgreifen müssen, um zum Beispiel Ausschreitungen oder Angriffe auf Eigentum niederzuschlagen, könnte dies den Zerfall von Gesellschaften einleiten.

Lange bevor die Pandemie die Welt ergriff, gab es weltweit einen Anstieg sozialer Unruhen. Die Gefahr ist also nicht neu, sie wird jedoch durch COVID-19 verstärkt. Die meisten Proteste wurden durch brutale Maßnahmen unterdrückt und viele traten in eine Art Ruhemodus, als die Regierungen ihre Bevölkerungen in den Lockdown zwangen, um die Pandemie einzudämmen. Aber es ist schwer vorstellbar, dass die früheren Missstände und die vorübergehend unterdrückten sozialen Unruhen nach der Aufhebung des Versammlungs- und Demonstrationsverbots nicht erneut aufflammen werden, möglicherweise mit erneuerter Stärke.

Nach der Pandemie wird sich die Zahl jener dramatisch erhöhen, die nun zu den Arbeitslosen, Besorgten, Unglücklichen, Empörten, Kranken und Hungrigen gehören. … wenn Armut, ein Gefühl der Entrüstung und der Machtlosigkeit einen gewissen Typ erreichen, wird zerstörerisches gesellschaftliches Handeln oft zum letzten Ausweg.

Während wir dieses Buch schreiben, hat Covid-19 bereits eine globale Welle sozialer Unruhen ausgelöst. Sie begann in den USA mit den Protesten unter dem Motto „Black Lives Matter“ nach der Tötung von George Floyd Ende Mai 2020.

Die COVID-19 Pandemie hat dazu geführt, dass die Regierung wieder wichtig ist. Nicht nur mächtig, sondern auch wieder unentbehrlich: es macht einen enormen Unterschied, ob unser Land über ein gutes Gesundheitswesen, kompetente Bürokraten und solide Finanzen verfügt. Eine gute Regierung könnte über Leben und Tod entscheiden.

Zum ersten Mal, seitdem Margaret Thatcher mit der Aussage „so etwas wie eine Gesellschaft gibt es nicht“ den Zeitgeist einer Ära traf, haben die Regierungen wieder die Oberhand.

One Comment on “COVID-19: Der große Umbruch”

  1. Was mich die ganze Zeit beschäftigt, ist die Frage: warum hat man sich so intensiv in Wuhan mit den Genen von Fledermäusen beschäftigt um diese bewußt auf die Menschheit loszulassen. Was genau kann dann mit einem Menschen mache, der mit diesen Genen manipuliert wurde

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