Das Virus in den christlichen Kirchen

Auch Kirchen unterwegs in den Great Reset

So schnell kann ich gar nicht hören und lesen, wie sich die Kirchen täglich mit Ereignissen, Informationen und Zahlen in der Öffentlichkeit präsentieren.

Ins Zentrum der Kritik geriet Rainer Maria Woelki, Kardinal der römisch-katholischen Kirche in Köln. Er hält den Gutachterbericht, der den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen katholische Priester untersucht hat, unter Verschluß! Dass er damit den Zorn der Katholiken schürt – ganz gleich ob Betroffene oder Nicht-Betroffene – ist verständlich. Diese reagieren noch immer mit scharenweisen Kirchenaustritten auf die Intransparenzaktion des Kardinals.

Zur Besänftigung wählten zu Beginn der Frühjahrs-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz am letzten Dienstag die katholischen Bischöfe die Theologin Beate Gilles zur Generalsekretärin der Deutschen Bischofskonferenz. Und so befindet sich nun endlich eine Frau an wichtiger Stelle des katholischen Kirchenvolks. Das allerdings wird die riesige Austrittswelle der Gläubigen nicht stoppen, die nach einem Jahr der staatlichen Repressalien durch die Pandemie ihre Wut, ihre Unlust und ihre Kritik irgendwo zu kanalisieren suchen. Da bietet sich die Organisation an, gegen die man auch tätig werden kann – ganz gleich, ob sie die Verursacherin der tiefen Angst und Panik ist. Sie kann man wenigstens bestrafen, ihr die Mitgliedschaft kündigen und die Gelder streichen.

Dabei hätten doch unsere Priester und Kirchenvertreter seit einem Jahr alle Möglichkeiten gehabt, zu beweisen, wie sie in Gottes Namen ihren sozialen Dienst an kranken, einsamen und isolierten Menschen hätten verrichten können. Kein Aufschrei der Kirchen, als Ostern die Pforten zum Gottesdienst ihrer Gläubigen geschlossen wurden. Keine Widerstände, als Alte und Kranke selbst in christlich geführten Krankenhäusern und Pflegeheimen ihre letzten Atemzüge allein ohne Beistand tun mussten. Kein Aufschrei für Krankenschwestern und Altenpfleger, die sich ohne genügend Schutzkleidung täglich der Ansteckung aussetzten und dadurch gleichzeitig zu einer Gefahr für die Risikogruppen wurden.

Was ist Kirche anders als Seelsorge? Und wann ist Seelsorge wichtiger als zu Zeiten von Krankheit, Krieg und Krisen?

Die Kirchen in Deutschland haben versagt. Auch ihnen sind Freiheit, Geld und gutes Leben zu Kopf gestiegen. Ihre finanziellen Zuwendungen von Bürger und Staat haben dafür gesorgt, dass sie ihren eigentlichen Auftrag, die größte gesellschaftliche Hilfsorganisation im Namen unseres gemeinsamen Glaubens zu sein, völlig verlernt haben.

Meine Schockstarre begann schon vor Corona und hat zu tun mit der Anbiederung von Kirche an Politik und Mainstream. Unfassbar, mit welchen Positionen sich im Gesamtgefüge gesellschaftlichen und politischen Lebens die christlichen Kirchen darstellen. Ausschau nach Frankreich und Polen hätten sie halten sollen, wo Priester noch ihre Dienste an Menschen erfüllen müssen, um durch Spenden leben zu können.

Der Eindruck drängt sich geradezu auf, dass sich auch die Kirchen danach sehnen, in den Great Reset dank Corona eingebunden zu werden. Wo bereits schon vor der Pandemie durch Merkel in Thüringen das große Nichts im Wertekanon der Demokratie herrschte und bei den Kirchen der Sündenpfuhl nicht enden wollte, bot die Konzentration auf die epidemische Lage von nationaler Tragweite mit Ausblick auf einen großen gesellschaftlichen Umbau ein Schlupfloch zur Rettung und Hoffnung auf Heilung.  

Bemerkten nur Wenige und ich den Verfall an Werten, die Spaltung der Gesellschaft und das Sterben der Demokratie? Sehen nur Wenige und ich die Zunahme an Obdachlosen, Wohnungssuchenden und Tafeln? Allein zur Armenspeisung kommen täglich 1,65 Millionen Menschen, für die 60.000 Ehrenamtliche zur Verfügung stehen.

Die Kirchen hätten in diesem „ach so reichen Deutschland“ mehr als genug zu tun, kämen sie ihren moralischen und seelsorgerischen Verpflichtungen nach, ohne stets in dasselbe Horn zu blasen, in das schon Politik, Medien und Mainstream blasen.
Stattdessen wartet man mit einer Rede des Barack Obama auf dem Kirchentag in Berlin auf. Vielleicht hätte er lieber an dem Angebot „Vulva malen“ (Kirchentag 2019 in Dortmund) teilnehmen sollen.
Und statt dem Ausladen der größten Oppositionspartei des Bundestages hätte die Kirche Größe zeigen können durch ein Diskussionsangebot mit dem Kirchenkritiker Eugen Drewermann
.

Der christlich wertbeständige Journalist Peter Hahne hat in einem Beitrag in achgut seine traurige Betrachtung über den Zustand der Kirchen beschrieben. Und in der Sendung Bettina Böttingers mit dem Titel „Ihre Meinung“ konnte eine kirchliche Mitarbeiterin ihre Tränen kaum zurückhalten, als sie ihre Enttäuschung über das Schweigen der Menschen in Kirche und Staat während der Pandemie beklagte.

2 Comments on “Das Virus in den christlichen Kirchen”

  1. Danke, Barbara, für diesen gelungenen Kommentar, der wieder voll ins Schwarz trifft. Leider werden die Kirchenaustritte die Kirche nicht dazu bewegen, ihre Haltung gegenüber Staat und ihren Schutzbefohlenen irgendwie zu korrigieren. Warum auch? Was ihnen durch die Kirchenaustritte an Finanzmitteln verloren geht, wird vom Staat ausgeglichen werden, finanziert mit unseren Steuern bzw. zusätzlicher aufzunehmender Schulden. Da die Kreditgeber gleichzeitig die Strippenzieher des Great Reset sind, werden die dazu benötigten Gelder mit Sicherheit ebenfalls fließen.

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