Der linksrotgrüne Angriff auf Tichy

Sawsan Chebli und der G-Punkt

Endlich haben sie es geschafft und Roland Tichy, den Herausgeber der Zeitschrift „Tichys Einblick“ und Vorsitzenden der Ludwig-Erhard-Stiftung zum Rücktritt bewegt. Und das mit den perfiden Mitteln, die allen öffentlichen Personen schon widerfuhren, die in der Rubrik „Anti-Regierungsmeinung“ einzusortieren sind. Eine solche eher liberal-konservative Meinung leistete sich Tichy in seinem hervorragenden Blatt und über fünf Jahre der Stachel im Fleisch des linken Mainstrams zu sein. Bis 2014 war er Chefredakteur der „Wirtschaftswoche“ und gründete 2015 das zu den alternativen Medien eingestufte Magazin „Tichys Einblick“. Gedacht für eine „liberal-konservative Elite“ war er allen „Regierungshörigen“ von Anfang an ein Dorn im Auge. Wie allen Regierungskritikern, Konservativen und Hinterfragern schrieben sie Tichy von Beginn an einen Hang zum Rechtspopulismus zu.

Die Aussage, die zum Stein des Anstoßes führte, betrifft die Frau, die als Bevollmächtigte des Landes Berlin beim Bund und Staatssekretärin für Bürgerschaftliches Engagement und Internationales gerade zu noch Höherem strebt. Sie möchte bei der nächsten Wahl in den Bundestag gewählt werden und ist überzeugt, dass das klappt. Lange genug hat sie ja schon für sich in der Republik die Propagandatrommel geschlagen und sich ausgiebig mit Rechtsanwälten, Klagen und Widersachern, die sie kritisierten, beleidigten und beschimpften auseinandergesetzt.

Sie hat dafür ein ausgezeichnetes Vorbild. Ihr Präsident der Türkei, Erdogan, dient ihr dazu, denn auch er hat Hunderte von Strafanzeigen gestellt, nicht nur die berechtigte gegen Jan Böhmermann und sein Ordinär-Gedicht.

Ja, gegen Beleidigungen sich zu wehren, wird verstanden und bedarf eines deftigen Widerspruchs, auch auf dem Rechtsweg. Was hier allerdings abläuft, ist überzogen und dient endlich als Möglichkeit, Tichy in die Verbannung zu schicken, den Mann, der nicht einmal den besagten Satz über Chebli geschrieben hat. Da hieß es in einem Beitrag über Cheblis Qualifikation: „Was spricht für Sawsan? … Befreundete Journalistinnen haben bislang nur den G-Punkt als Pluspunkt feststellen können in der Spezialdemokratischen Partei der alten Männer.“ Unschön, unklug, doch satirisch witzig, wie ich finde. Hat längst nicht die Qualität Böhmermanns, kommt dafür aber aus dem falschen Lager, um genauso wuchtig zu sein. Ein Beispiel aus Cheblis Repertoirekiste soll genügen, um ihre Humorlosigkeit und Arroganz deutlich zu machen.

Als ein Ex-Botschafter sie bei einer Veranstaltung nicht erkannte und sagte, er habe ja keine so junge und schöne Frau erwartet, postete Chebli einen wütenden Beitrag auf Facebook. Sie sei in Sachen Sexismus einiges gewöhnt, heißt es darin, aber so etwas habe auch sie noch nicht erlebt.

Mehr als dieses Beispiel braucht niemand, um sich ein Bild zu machen. Gestern noch half mir ein Mann in meine Jacke mit der Bemerkung „Kavalier alter Schule“, was ich dankend annahm und lächelte. Wer natürlich jedes Kompliment in die Sexismusecke katapultiert, hat nicht verdient, als gut aussehende Frau auf der Welt zu sein und das erotische Knistern zwischen den Geschlechtern erleben zu dürfen.

2014 holte Frank-Walter Steinmeier sie als stellvertretende Sprecherin ins Auswärtige Amt, als erste Muslimin in einer solchen Position. Das stört mich nicht. Was mich stört, ist die Tatsache, die ich aus 30 Jahren Schuldienst auch mit vielen muslimischen Schülern und Familien kenne: Forderungen, Sonderbehandlungen und Rücksichtnahmen waren im Umgang mit ihnen häufiger registriert  als bei allen anderen Schülern mit Migrationshintergrund. Das ist im übrigen ein Phänomen, das uns auch innerhalb der gesamten Integrationsdebatte immer wieder begegnet.

Ein Grund mehr, warum Humor und Satire bei dieser Klientel nicht funktionieren. Vorgaben und Richtlinien verstehen sie besser. Political Correctness, MeToo, Sexismus und Rassismus sind die Kategorien, in denen sie sich Grenzen geschaffen haben, die von anderen nicht im Geringsten überschritten werden dürfen.

Wieder ein Hinweis mehr, warum kindliche Prägung kulturabhängig bleiben wird, wenn auch die Meinung der kommunistisch-sozialistischen Gruppierungen immer eine andere sein wird.

Wer was werden will, mache von sich reden … ganz gleich wie! Das geschieht hier gerade und alle, die sich mit diesem Spiel solidarisch erklären, ihren Austritt aus der Ludwig Erhard Stiftung erklären oder die Mitgliedschaft ruhen lassen, sollten sich bewusst machen, dass der Hauptschauplatz auf der politischen Aussage Erhards zur Freien Marktwirtschaft liegt und alle Nebenschauplätze unter den Überschriften abgehandelt werden können „frei erfunden“, „inszeniert“ und „provoziert“.

Zusammenfassend möchte ich mein Bedauern zum Ausdruck bringen, dass dieses Land unter Merkel und Co eine gesellschaftliche Transformation bis zur Unkenntlichkeit fertig gebracht hat, die nur noch linkslastig  und debatten- und alternativlos in eine sozialistische Wirklichkeit führt und die mit dem  faschistischen Antlitz der Vergangenheit als Wolf im Schafspelz in Deutschland ihr Unwesen treibt. Wer am Montag „Hart aber fair“ angeschaut hat und die Gäste über die Sprachregelung des Berliner Senats hat diskutieren hören, fasst sich nur noch an seinen Kopf. Die Umbenennungshysterie der Linksgrünen passt in dasselbe Konzept wie die Sprachforderung nach Political Correctness und Cancel Culture. Geschichtsanalphabetismus und Geschichtsvernichtungswahn verbunden mit Meinungsdiktatur und Besserwissertum streben eine Kulturrevolution an, die wie schon andere in der Menschheitsgeschichte mit einer Vergewaltigung der Menschen und ihrer Bedürfnisse einhergeht.

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