Islamophobie in Deutschland

Europäisch geförderte Islamophobie-Reporte

Nichts mitbekommen haben wir Bürger von den EU-geförderten Islamophobie-Berichten bis zum Erscheinen des aktuellen Berichts 2018, der in die Kritik geraten ist. In detaillierten Erklärungen lässt uns die WELT wissen, dass der Bericht mit 126.951 Euro durch das EU-Programm „Zivilgesellschaftlicher Dialog zwischen der EU und der Türkei“ (CSD-V) gefördert wurde. Skandalös, was in dem Bericht alles als islamophob bezeichnet wird und welche Verstrickungen letztlich sogar mit Erdogans AKP hinter dem Bericht aufgedeckt wurden. Einfach nur erschreckend, wie Andersdenkende disqualifiziert und Islamkritiker eingeschüchtert und diffamiert werden.

Enes Bayrakli, einer der beiden Herausgeber des Berichts, reagierte auf mehrfache WELT-Anfrage nicht. In einem mittlerweile gelöschten Tweet hatte er den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu als ‚Kopf eines Apartheidstaats‘ bezeichnet. Der österreichische Politikwissenschaftler leitet den Fachbereich Europaforschung bei der türkischen Seta-Stiftung. Die Stiftung hat enge Verbindungen zur türkischen Regierungspartei AKP und listete im Juli 2019 143 ausländische Journalisten auf, die sich kritisch gegenüber dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan geäußert hatten.“

Man mag es Vorurteil nennen, wenn mir schon dann die Haare zu Berge stehen, wenn ich über EU-geförderte Projekte in Verbindung mit der Türkei lese wie beispielsweise dieses. Muss man nicht stets die Befürchtung hegen, dass allein mit der Nennung der Türkei auch immer irgendwo im Hintergrund oder in geheimer Verstrickung Erdogan aus der Versenkung aufsteigt? Erst recht, wenn Organisationen wie beispielsweise die türkische Denk-Fabrik Seta-Stiftung sich darstellt mit den Worten „independent“ (unabhängig), „nonprofit“ (gemeinnützig) und „nonpartisan“ (unparteiisch). Nichts davon trifft zu und die internationale Kritik ist berechtigt: Diffamierung und Drangsalierung von Journalisten weltweit, die kritisch über die Türkei, über Erdogan und seine Politik berichten.

Reporter ohne Grenzen stuft die Türkei auf Platz 157 von 180 auf der internationalen Rangliste der Pressefreiheit ein.

Seta wurde 2006 von AKP-nahen Personen mit dem Anspruch eines „einheimischen und nationalen“ Thinktanks gegründet. Den Vorsitz hat Serhat Albayrak inne, der ältere Bruder von Berat Albayrak, dem Erdogan die Staatskasse unterstellt hat.

Nun wurde der Islamophobie-Report 2018 von Farid Hafez herausgegeben. Ein Mann, der liberale Muslime und Islamkritiker mit Rassisten und Rechtsextremen in einen Topf wirft und sie zu Feinden des Islam macht. Die größten Feinde finden sich auf dem Titelbild, auf dem auch ein deutscher Vertreter Platz findet. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat die Ehre zusammen mit seinen früheren Kollegen aus Österreich und Italien, Herbert Kickl (FPÖ) und Matteo Salvini (Lega). Seehofer wird wegen seiner Äußerung bestraft, Migration sei die „Mutter aller Probleme“.

Wie kann es sein, dass die EU derartige propagandistische Inhalte, Hetzschriften und Diffamierungspapiere finanziert und in Umlauf bringt? Erstaunlich, dass wenigstens zwei EU-Abgeordnete dazu eine Kritik anbringen. Manfred Weber (CSU), der seinen Seehofer sicher nicht gerne auf dem Titelblatt des Islamophobie-Berichts sieht und Nicola Beer, Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, üben Kritik an dem Machwerk. „Wie können europäische Gelder an voreingenommene Auftragnehmer vergeben werden, die der Autokratie-befürwortenden AKP nahestehen? Die offenbar dem politischen Islam den Weg bereiten wollen? Wie kann solch ein propagandistischer Inhalt freigegeben werden?“, fragt die FDP-Politikerin zu recht.

Schon 2016 veröffentlichte Seta einen Islamophobie-Bericht der Aleksandra Lewick, der sofort nach gerade drei Sätzen die Behauptung in den Raum stellt: „Islamfeindliche Einstellungen werden von der Hälfte der Bevölkerung in Deutschland unterstützt und drücken sich auch in politischem Handeln sowie in der Arbeitsweise öffentlicher Einrichtungen aus.“ Als Beweis erbringt Lewick den Einzug der AfD in einige Landesparlamente und die Pegida-Proteste.

Wer den 2016-Beitrag liest, dem bleibt das Schütteln vor der Hälfte der Deutschen mit rechtem, islamfeindlichem und rassistischem Gedankengut nicht erspart und es drängt sich ihm die Frage auf, warum sich so viele und scheinbar immer mehr Menschen muslimischen Glaubens trotz dieser in allen Bereichen rassistisch gegen Sie agierenden Deutschen in Deutschland aufhalten.

Und dass dieser Bericht noch steigerungsfähig ist, beweist der jetzt in die Kritik geratene aktuelle Islamophobie-Report 2018 mit den drei an den öffentlichen Pranger gestellten Politikern Seehofer/Kickl/Salvini.

Ein Zitat aus dem über Deutschland von Dr. Anna-Esther Younes formulierten Islamophobie-Report, der 35 Seiten umfasst, soll einen Einblick ermöglichen in das von Younes abgeurteilte „rechtsradikale“ Deutschland.

„Die Formen der politischen Gewalt, die 2018 zu erleben waren, sind gekennzeichnet von einem Menschen jagenden Mob, koordiniert durch das Internet – wie in Chemnitz, wo (weiße) westliche Globalisierungsopfer die Opfer des westlichen Imperialismus und Krieg durch die Straßen jagten. Im Jahr 2018 war Islamophobie in Deutschland somit weiterhin eine gefährlich erfolgreiche Politik mit wachsender Tendenz zu mobartiger Straßengewalt.“

Wer sich die Vorgänge in Chemnitz, die Geschichte des Fußballers Özil neben Erdogan als deutsch-rassistische Vorgänge noch einmal im Original in Englisch antun möchte, hat im Internet die Gelegenheit.

Ohne dass ich mir die Mühe machte, mir die Verurteilungen der Länder Frankreich, Polen, Ungarn, Österreich, Italien u.a. anzuschauen, darf davon ausgegangen werden, dass hier der Moslem eine europaweite Opferrolle einnimmt und dieser Opfergesang aus dem Hinterhalt von Erdogan dirigiert wird.

Zum Ausgleich und zur Stärkung des Selbstbewusstseins jedes in Deutschland lebenden Menschen, der die Menschen nicht nach weiß, schwarz, katholisch, islamisch, Rechts, Links, sondern nach Idiot und Nicht-Idiot beurteilt, empfehle ich noch einmal das Buch „Deutschland im Blaulicht“ der deutschen Polizistin Tania Kambouri mit griechischem Migrationshintergrund oder auch das Tagebuch des Grauens.

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