Niemand leugnet das Virus

Corona: Die Lösung heisst Strategiewechsel statt Widersprüche
Ein Gastbeitrag von Kurt Rohmert

Im Zusammenhang mit den Corona Protesten wird immer von Corona-Leugnern (sogar von Demokratiefeinden) berichtet. Ein Vorgang, der schon seit dem Klimawandel bekannt ist. Doch die Mehrzahl der Menschen dürfte die Existenz des Virus nicht in Zweifel ziehen. Höchstens bezweifeln sie die Berichte zur Pandemie und die von der Politik getroffenen Maßnahmen. Angesichts widersprüchlicher Nachrichten ein Vergleich zweier bekannter Wissenschaftler und ihrer Aussagen.

 

Die Experten

Die Fuldaer Zeitung FZ interviewte zum einen den renommierten Prof. Sucharit Bhakdi, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie, früher Uni Mainz. Mit seinen Thesen zur Pandemie und Covid-19 steht er bei Kollegen in der Kritik, sie beurteilen seine Thesen als unwissenschaftlich. Gleichwohl ist er für seine Forschungsarbeiten ausgezeichnet worden. Der Bonner Virologe Prof. Hendrik Streeck, Uni Bonn, ist gern gesehener Gast in Talk Shows und gilt als Berater der Politik. Bekannt geworden ist er durch die Heinsberg Studie, die Erkenntnisse über das Virus und Hygiene Maßnahmen bringen sollte.

 

Die Bundesregierung und besonders das Gesundheits-Ministerium haben mit den bisherigen Informations- und Präventionsmaßnahmen eher Unsicherheit gefördert und mit diesem Krisenmanagement zu diffusen Diskussionen beigetragen. Das Urteil der Bevölkerung ist im Wandel, wie eine Umfrage von Forsa zeigte. Mir fielen beide Interviews in der FuldaerZeitung auf. Sie sind überraschend.

 

Das Drama mit der Maske

Prof. Bhakdi und seine Frau Prof. Karina Reiß, ebenfalls Medizin-Forscherin, haben provokante Thesen aufgestellt. Die Aussage „Maskenpflicht ist Idiotie“ klingt wirklich provokant. Auch seine Begründung ist es „… weil sie vor einer Gefahr schützen soll, die gar nicht da ist.“

 

Zu Beginn der Epidemie hieß es, sie bringen nichts. Dann, sie würden nur andere schützen. Das Robert-Koch-Institut empfahl das Tragen im öffentlichen Raum, um Risikogruppen zu schützen: die teilweise Reduktion der unbemerkten Übertragung von infektiösen Tröpfchen könnte zu einer Verlangsamung beitragen. Das betrifft vor allem die Situation, wenn der erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann.

 

Der Virologe Prof. Streeck ist überzeugt, dass eine Maske vor Ansteckung schützen kann. Aber es gäbe immer noch die Möglichkeit einer Infektion. Er sieht den Einsatz wegen falscher hygienischer Anwendung skeptisch. So ist der Mundschutz ein idealer Nährboden für Keime. Was sagt die WHO?  „Der Einsatz von Masken ist nicht durch wissenschaftliche Evidenz gestützt“. Ähnlich wie das RKI änderte es diese Aussage aber im Juli im Sinne einer Empfehlung um! Plötzlich minimierte die Maske die Gefährdung um 80%. Jetzt darf jeder seine eigene Meinung haben.

 

Steigende Infektionszahlen

Streeck empfiehlt in der Corona-Krise, sich nicht nur an den Infektionszahlen zu orientieren. Statt mit einer Verbotskultur soll mit Geboten wieder eine gewisse Normalität erreicht werden. Für ihn stellt es jetzt ein Risiko dar, nur auf Infektionen zu schauen. Symptomlose Infektionen haben für den einzelnen keine negativen Folgen. Deshalb geht es vor allem darum, schwer erkrankte Menschen und stationäre Belegungen in unsere Betrachtungen mit einzubeziehen.

 

Der streitbare Bhakdi geht noch einen Schritt weiter. Um die richtige Grundlage für eine Aussage hinsichtlich der Gefährlichkeit zu bekommen, muss man die Zahl der Erkrankten erfassen, nicht die der Infizierten. Noch besser: die Zahl der Todesfälle. Die derzeitige Sterberate macht Corona seiner Meinung nach nicht gefährlicher als Influenza, er geht von 0,1 bis 0,2 aus. Im Interview spricht Streeck von einer Rate von 0,37%. Das RKI gibt 3-4 Prozent an.

 

Unsichere Sterberate

Heute, am 5.9., verkündet das RKI die Zahl der Infektionen mit 255.626, aktive Fälle sind nur 17.852. Woher die Zahl der Toten stammt (9.342=3,6%) ist unklar. Der Professor für Rechtsmedizin Klaus Püschel, Uniklinik Hamburg, ist von Beginn der Pandemie nicht den Vorgaben des RKI gefolgt. Damit ist gemeint, Sektionen wegen der Aerosolbildung zu vermeiden. Inzwischen sind aber alle, die Deutsche Gesellschaft für Pathologie, die Gesellschaft für Rechtsmedizin und auch das RKI für Obduktionen. Seine Angaben zur Letalität (Zahl der Infizierten, die sterben) liegen, vorsichtig geschätzt, bei unter 2%. Exakte Untersuchungen wären statt einer oberflächlichen Erfassung besser geeignet, einen Gegenpol zu den dramatisierenden Darstellungen zu bilden. Er spricht deutlich von „Angst, Hysterie und Panik“. Und „ Die Präsentation der Virusinfektion scheint im Kontext stark übertrieben.“

 

Streeck, der im Expertengremium der Bundesregierung arbeitet, stellt trotz aller gegenteiligen Zahlen fest, dass „ zur Zeit nicht erkennbar ist, dass wir dieses Jahr eine höhere Sterberate haben werden.“ Genaue Autopsien finden wegen der Ansteckungsgefahr nicht statt. Experten streiten, ob das korrekt ist.

 

Mit dem Virus und den Maßnahmen leben?

Schon seit der Antike waren die Menschen durch Epidemien gefährdet. Traurige Berühmtheit haben in Europa Pest, Cholera, Pocken und Typhus erlangt. Zwischen 1347 und 1452 hat in Europa allein die Schwarze Pest 50% aller Menschen getötet. Was können wir erwarten?

 

Prof. Streeck erklärt im Interview die einzelnen Phasen der Epidemie. Aus der anfänglichen Gefahr, man kannte das Virus nicht, ist nun ein Risiko geworden. Dieses ist für den einzelnen, statistisch gesehen, recht gering. Eine richtige Einschätzung des Risikos wäre effektiver bei einer Betrachtung der Situation in den Krankenhäusern. Ein Überlastungsfall ist nicht eingetreten. Von den 30.000 Intensivbetten in Deutschland sind 230 belegt, davon werden 130 Patienten beatmet.

 

In den Medien wirbt er daher für den Strategiewechsel statt vieler Widersprüche. Die Krise ist noch nicht vorbei, aber Umfang und Dauer staatlicher Einschränkungen müssen neu bewertet werden. Hygienemaßnahmen zur Verhinderung von Infektionen sind richtig, aber Menschen, die sich infizieren und keine Symptome entwickeln, tragen nicht zur Pandemie bei.

 

Drastischer äussert sich Prof. Bhakdi. Für ihn sind 85% der Bevölkerung immun. Daher seien alle Maßnahmen sofort aufzuheben. Diese Zahl ergibt sich, wenn man die Infizierten-Zahlen mit den Erkrankten vergleicht (s.o.). Er unterscheidet zwischen infiziert und krank. Wer immun ist, kann auch infiziert sein, wird aber nicht krank. Dank sei dem Immunsystem.

 

Ganz eindeutig sind für ihn die Regierungsmaßnahmen unverhältnismäßig. Sie zerstören Existenzen und führen zu psychischen Erkrankungen. So wundert es nicht, ihn eingeschlossen, dass er in keine Talkshow eingeladen wird. Die Forderung lautet: Ein breiter Dialog und Rückkehr zur Normalität.

 

Kleiner Faktencheck

Die Art der Kommunikation beider Wissenschaftler ist zwar extrem abweichend, aber inhaltlich erkenne ich viele Gemeinsamkeiten. Zum besseren Verständnis weitere Fakten zur diffusen Sachlage.

 

Hinweise des Bundesinstituts für Arzneimittel BfArM: Mund-Nasen-Bedeckungen sind Masken aus handelsüblichen Stoffen und genügen nicht den einschlägigen Normanforderungen wie Medizinprodukte. Träger dürfen sich nicht darauf verlassen, dass diese sie vor einer Übertragung von Sars-CoV-2 schützen. Als Kleidungsstücke können sie die Geschwindigkeit des Atemstroms reduzieren.

 

Die tagesaktuellen Fallzahlen teilt täglich das Robert-Koch-Institut mit: Sie nennen es bestätigte Fälle von COVID 19 nebst den Todeszahlen. Das RKI zählt alle positiven PCR-Testergebnisse und setzt sie gleich Infektion/Erkrankung. Das widerspricht dem Infektionsschutzgesetz IfSG. Denn positive Testergebnisse belegen keine Infektion (lediglich den Verdacht) und erst recht keine Krankheit. Auf diese Zahlen verlassen sich alle staatlichen Stellen. Unter §2 IfSG ist Infektion anders definiert. Die PCR-Tests weisen kein vermehrungsfähiges Virusmaterial nach, so wie im Gesetz gefordert.

 

Auch bei den Todeszahlen liegt das RKI falsch. Dieses spricht von „Todesfällen im Zusammenhang mit einer COVID-19 Erkrankung“. Laut Gesetz müssen aber Symptome einer Krankheit vorliegen, was erst nach einer Diagnose möglich wäre. Natürlich kennt das RKI, die Gesundheitsminister und die Ämter die Definitionen. Man könnte jetzt also fragen, so wie der Rechtsanwalt Ansgar Neuhof: Ist das Täuschung, Lüge, Irreführung oder politischer Betrug?

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