Den Klimawandel verstehen (5-2)

Das Böse namens CO2 (Die Expertenrunde)
Ein Gastbeitrag von Kurt Rohmert

Die Ergebnisse der Klimaforschung zum anthropogenen Treibhauseffekt und zur globalen Erwärmung können von Einzelpersonen und Laien kaum überprüft werden und wirken daher abstrakt. Gleichzeitig basiert der Effekt in der Atmosphäre trotz des anschaulichen Analogons zum Glashaus auf ebenfalls abstrakten physikalischen Vorgängen.

Diese Einleitung findet man bei wikipedia. Sie stellt dar, welches Problem wir als Laien haben. Die sachlichen Inhalte werden weder verstanden noch können sie in der Menge verarbeitet werden. Gleichzeitig werden viele Argumente oder die Debatten darüber nicht in den Medien wiedergegeben. Es gibt sie einfach nicht.

Klimawandel hat es immer gegeben

Nach Prof. a.D. Schönwiese (Uni Frankfurt, Leiter der Klimaforschung) steht fest, dass  „ …  seit die Erde existiert, es Klimaänderungen gegeben hat und weiterhin geben wird. Wir leben seit ungefähr 10.000 Jahren (Holozän) in einer Warmzeit mit einem bemerkenswert stabilen Klimazustand. Dieser hat langzeitlich nur noch Fluktuationen von 1 Grad K um den Mittelwert (15 Grad Global) zugelassen, was die menschliche Entwicklung gefördert hat.“ Das findet aber in der Klimadiskussion kaum Beachtung oder Berücksichtigung.

Gleichzeitig haben wir es laut IPCC 2001 Climate Change auf S. 774 mit einem chaotischen System zu tun, welches durch Wechselwirkungen (Rückkopplungen) und gleichzeitig parallel laufende Prozesse (Plattentektonische Prozesse, Energiebilanz) beeinflusst wird. Auch bei konstanten Verhältnissen sind durchaus interne, unregelmäßige Schwankungen (ENSO-Phänome) möglich.

Natürliche Ursachen seit der kleinen Eiszeit

Das IPCC sagt im Synthesebericht von 2007 (S.5), dass ein sehr hohes Vertrauen darin besteht, dass „ menschliche Aktivitäten seit 1750 für diese Erwärmung “ verantwortlich sind.  Die Folgerung daraus ist unverständlicherweise die, dass nur der anthropogene Anteil wissenschaftlich untersucht wird und natürliche Ursachen gänzlich vernachlässigt werden. Obwohl doch 2013 im 5. Bericht eindeutig festgestellt wurde, dass es auch andere Ursachen gibt (siehe nächster Abschnitt). Das haben die Autoren Vahrenholt/Lüning in ihren Büchern (u.a. Unerwünschte Wahrheiten) nachgeholt.

Prof. Rahmstorf vom PIK verweist in seinem Beitrag Der globale CO2 -Anstieg auf eindeutige Emissionen von CO2 aus fossilen Quellen und Landnutzung. Anders klingen dagegen seine Worte auf wiki.bildungsserver:  „Die beobachteten Temperaturänderungen sind immer als eine Folge der Kombination aus natürlichen Klimaschwankungen und dem Klimawandel durch den Menschen zu verstehen … Beide Einflussgrößen, die natürlichen und die anthropogenen, sind oft schwer zu unterscheiden.“

Ein weiterer Widerspruch von ihm findet sich in seiner Publikation Klimawandel und CO2. Es gilt für ihn als sicher, dass 1) alle Erkenntnisse von Paläoklimatologen berücksichtigt sind und 2) die CO2 Konzentration im Holozän „ … nicht die Temperatur beeinflusst haben  kann … da sie sich praktisch nicht verändert hat.“ Hier müsste jetzt die Frage gestellt werden, was war damals der Grund und was spricht dagegen, dass dieses sich heute wiederholt?

Anteil des Menschen

Trotz vieler gegenteiliger Annahmen bzw. Behauptungen erstaunen immer wieder die Aussagen des Weltklimarats, die in unseren Medien anscheinend untergehen oder bei deutschen Klimaforschern wenig Beachtung finden. Im 5. Bericht von 2013 hat die IPCC- Arbeitsgruppe 1 auf S.17 zum Treiber der Klimaänderung diese Aussage getätigt: „ Natürliche und anthropogene Stoffe und Prozesse, welche die Energiebilanz der Erde verändern, sind Treiber des Klimawandels.

In Teil 5-1 unter Wer erzeugt das CO2 habe ich anhand der IPCC-Zahlen darauf hingewiesen, dass der Mensch nur etwa 4% des gesamten CO2 erzeugt. In einem Beitrag des focus mit dem Titel Ist der Klimawandel menschengemacht? sagt Prof. Rahmstorf zu einer in der offenen Diskussion genannten Zahl von 3%: „ Die Emissionen, für die angeblich die Natur zuständig ist, gehören zu einem geschlossenen Kreislauf.“ Ich halte diese Aussage für falsch, weil der Kohlenstoff-Kreislauf nicht geschlossen ist und sich laufend ändert. Die Natur kann nicht zwischen anthropogenem und natürlichem CO2 unterscheiden, weil es ein und dasselbe chemische Element ist. Die Natur  ist außerdem eine Senke und nimmt auch anthropogenes CO2 auf.

In einem anderen Beitrag von Prof. Rahmstorf auf spektrum.de finden sich ebenfalls Formulierungen, die sich widersprechen. Mit der Behauptung „95 Prozent aus natürlichen Quellen sind schlichtweg falsch “ legt er sich eindeutig fest, um ein paar Zeilen weiter das Gegenteil zu sagen „ … dann beträgt der anthropogene Anteil rund 5%.“ .  Insgesamt veranschlagen unterschiedliche Quellen vom Umweltbundesamt bis IPCC und auch andere eine Bandbreite des anthropogenen Anteils zwischen 1,2 und 5%.  Der Grund ist simpel, man  kann ihn nicht exakt berechnen! Auch Prof.Rahmstorf scheint sich nicht sicher zu sein.

Ich halte meine im Beitrag genannten Zahlen, nämlich ca. 4% Anteil an der Produktion und eine Steigerung um ca. 10ppm zusätzlich zur Konzentration jedes Jahrzehnt für realistischer.

Untergang oder Unwissen

Es ist erstaunlich, wie vorsichtig die Wissenschaftler des IPCC formulieren, deutsche Medien haben da weniger Probleme. So brachte die BILD 2007 diese Schlagzeile: Wir haben nur noch 13 Jahre ….

Wem die kontroversen Standpunkte nicht helfen, der wird durch die Stellungnahme der Deutschen Meteorologischen Gesellschaft (Prof. Fischer) von 2020 zu den Grundlagen des Treibhauseffektes auch nicht sicherer: „Es ist unstrittig, dass der anthropogene Treibhauseffekt noch nicht unzweifelhaft nachgewiesen werden konnte.“ Oder doch?

Mir jedenfalls halfen alle diese Erkenntnisse nicht, deshalb machte ich einen langen, intensiven Ausflug in die Physik. Ich wollte herausfinden, was die Wissenschaft zu den physikalischen Prozessen sagt, die für das Thema wichtig sind, und warum ich im Studium nichts darüber gehört habe. Vor einer Woche fand ich rein zufällig die Erklärung. Prof. Gerlich (schon verstorbener Physiker der Uni Braunschweig), drückte es bei einem Vortrag 1995 so aus: „ In den guten Standardlehrbüchern der Experimentalphysik und theoretischen Physik sucht man vergeblich die Stichworte Treibhaus- oder Glashauseffekt und auch deren physikalische Behandlung.“ Meine Recherchen der letzten Monate bestätigen das. Man muss schon zu den Klimaforschern oder ihren Protagonisten wechseln.

Als dieses geklärt war,  begann meine Aufarbeitung der Thermodynamik.

Es folgt Teil 5-3 Ein Effekt – viele Widersprüche. Ich stolperte über unlogische Definitionen, Begründungen, die physikalischen Gesetzen widersprechen und offenbare meine Version der Vorgänge in unserer Atmosphäre.

 

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